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Fr, 13.11.2020„Bereit sein, die Perspektive zu wechseln“

Im Gottesdienst sprach Bischof Thomas Adomeit der neuen Kreispfarrerin den Segen Gottes zu. Pfarrerin Sonja Brockmann (v.l. vorne), Pfarrer i.R. Bernd Rüger und und Ingo Ostendorf vom Kreiskirchenrat assistierten ihn.

Im dritten Anlauf konnte Bischof Thomas Adomeit die Ernennungsurkunde an die Kreispfarrerin Christiane Geerken-Thomas überreichen.

Kreispfarrerin Christiane Geerken-Thomas rief in ihrer Predigt dazu auf, bei Konflikten aufeinander zuzugehen und bereit zu sein, „auch mal die Perspektive zu wechseln.“

Kreispfarrerin Christiane Geerken-Thomas (vorne r.) und Bischof Thomas Adomeit (vorne l.) zusammen mit den Assistenten (hinten, v.l.) Pfarrer i.R. Bernd Rüger, Pfarrerin Sonja Brockmann und Ingo Ostendorf vom Kreiskirchenrat vor der St.-Matthäus-Kirche zu Rodenkirchen. Fotos: ELKiO / H.-W. Kögel

Am Freitag, 13. November, ist Pfarrerin Christiane Geerken-Thomas von Bischof Thomas Adomeit in der St.-Matthäus-Kirche zu Rodenkirchen als Kreispfarrerin des Kirchenkreises Wesermarsch eingeführt worden. In ihrer Predigt ermutigte Pfarrerin Geerken-Thomas, in Konflikten aufeinander zuzugehen und bereit zu sein, „auch mal die Perspektive zu wechseln.“ Es sei schwer, im Gespräch zu bleiben, „besonders wenn das Gefühl da ist, dass die eigenen Argumente von der anderen Seite nicht verstanden werden.“ Da könne es schon hilfreich sein, sich an die „goldene Regel“ aus dem Lukas-Evangelium (6,13) zu erinnern: „Wie ihr wollt, dass euch die Leute tun, so tut ihnen auch!“
   
Im Blick auf die Entscheidungen, die in der Kirche und im Kirchenkreis Wesermarsch in den kommenden Jahren zu treffen seien, werde es immer wieder nötig sein, gut aufeinander zu hören, mahnte die neue Kreispfarrerin. Dabei würden Sachverhalte unterschiedlich eingeschätzt und bewertet werden und wohlmöglich Entscheidungen auch in Frage gestellt. „Immer wieder werden wir uns in andere hineinversetzen müssen, um ihre Argumente zu verstehen. Wir müssen bereit sein, auch mal die Perspektive zu wechseln.“
   
Nach den ersten neun Monaten im Kirchenkreis sei sie aber zuversichtlich, dass es gemeinsam gelingen werde, „als Kirche in dieser Region auch weiterhin präsent zu sein, um Gottes Wort zu verkündigen und lebendige Kirche zu sein.“ Unter den extremen Bedingungen in diesem Jahr hätten die Gemeinden gezeigt, „als Kirche da zu sein“. Auch hier sei Abstimmung nötig gewesen. „Aber wir mussten nicht alles auf die gleiche Weise und mit denselben Entscheidungen tun, solange es im geschwisterlichen Miteinander geschieht“, so Geerken-Thomas.
   
Bischof Thomas Adomeit würdigte Geerken-Thomas als eine Pfarrerin „die weiß, auf was und auf wen sie sich einlässt.“ Sie kenne sich in der Region aus und könne „mit ihrer Ortskenntnis manche Hindernisse auf dem Weg locker umgehen.“ Der Kirchenkreis Wesermarsch sei auf einem guten Weg, den Herausforderungen für die Zukunft zu begegnen. Und mit Christiane Geerken-Thomas habe der Kirchenkreis eine Kreispfarrerin, die diesen Weg mitgestalten will. „Mal vorneweg, um zu orientieren, mal an der Seite, um zu begleiten – zu hören und zu unterstützen, mal bei den Langsameren, um niemanden zu verlieren“, sagte der Bischof in seiner Einführungsansprache.
   
Zusammen mit Pfarrerin Sonja Brockmann, Pfarrer i.R. Bernd Rüger und dem Mitglied im Kreiskirchenrat, Ingo Ostendorf, sprach Bischof Thomas Adomeit der neuen Kreispfarrerin die Bitte um Gottes Geleit und seine Orientierung zu. Musikalisch wirkten am Gottesdienst Kantorin Natalia Gvozdkova, Elisabeth von Hirschhausen und Kreiskantor Gebhard von Hirschhausen mit.
   
Ursprünglich sollte Kreispfarrerin Geerken-Thomas bereits am 9. Februar in ihr Amt eingeführt werden. Damals hatte der Sturm Sabine kurzfristig zu einer Absage geführt. Ein zweiter Termin am 19. April wurde durch den Lockdown im Frühjahr verhindert. An diesem dritten Termin nun konnten durch die Corona-bedingten Einschränkung nur wenige Menschen den Gottesdienst besuchen. 
   
Die Kreissynode hatte am 23. Oktober vergangenen Jahres Pfarrerin Geerken-Thomas als Kreispfarrerin des Kirchenkreises Wesermarsch gewählt. Die 55jährige Theologin ist Nachfolgerin von Kreispfarrer Jens Möllmann, der Anfang April vergangenen Jahres nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 57 Jahren gestorben war. Er hatte 2012 das Amt übernommen. Das Kreispfarramt umfasst eine volle Pfarrstelle, zu der die Übernahme von kirchengemeindlichen Aufgaben im Kirchenkreis mit einem Dienstumfang von 25 Prozent gehört. Die Amtszeit beträgt acht Jahre. 
   
Geerken-Thomas ist in der Wesermarsch aufgewachsen. Seit 2010 war sie (geschäftsführende) Pfarrerin in der Kirchengemeinde Großenkneten (50 %) sowie im Kirchenkreis Delmenhorst/ Oldenburg Land (50 %). Seit November 2013 hatte sie zudem das Amt der Kreisjugendpfarrerin im Ev.-luth. Kirchenkreis Delmenhorst/Oldenburg Land übernommen und ist seit 2014 als Gemeindeberaterin in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg aktiv.
   
Von März bis Oktober 2013 war Geerken-Thomas Beauftragte Kreispfarrerin des Ev.-luth. Kirchenkreises Delmenhorst/Oldenburg Land. Die Projektleitung des Zukunftskongresses der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg (Juli 2012) hatte sie in der Zeit von Februar bis August 2012 inne. Im Zeitraum 2002 bis 2014 gehörte sie der Synode der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg an.
   
Von 1998 bis 2010 war Geerken-Thomas Pfarrerin in der Kirchengemeinde Ohmstede (50 %) und arbeitete in dieser Zeit in der Notfallseelsorge im Kirchenkreis Oldenburg Stadt mit. Ihren Dienst als Pastorin begonnen hatte sie 1994 in der Kirchengemeinde Wardenburg.
   
Nach ihrem Abitur am Gymnasium Brake (Juni 1984) studierte Geerken-Thomas von 1985 bis 1992 Ev. Theologie an der Georg-August-Universität Göttingen sowie der Philipps-Universität Marburg. Ihr Vikariat absolvierte sie in der Kirchengemeinde Ohmstede.  
   
Nach einem Wahlvikariat bei der Telefonseelsorge Wilhelmshaven und der Ev. Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle des Kirchenkreises Wilhelmshaven wurde sie am 11. September 1994 zur Pfarrerin der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg ordiniert. Geerken-Thomas ist verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn und eine erwachsene Tochter.
   
Ev.-luth. Kirchenkreis Wesermarsch
Zum Ev.-luth. Kirchenkreis Wesermarsch gehören 44.000 Christinnen und Christen (Stand 12/2019) in 27 Kirchengemeinden. In den Kirchengemeinden finden sich außergewöhnlich viele kunsthistorisch wertvolle Kirchen mit einzigartigen Ausstattungsstücken wie etwa den Altären, Kanzeln, Taufsteinen oder Epitaphien des bedeutenden Bildhauers Ludwig Münstermann (um 1575 bis 1638). Die Wesermarsch ist auch die Heimat des berühmten Orgelbauers Arp Schnitger (1648 bis 1719). 
 


Hinweis zur inhaltlichen Verantwortung

Inhaltlich verantwortlich für die hier angezeigten Meldungen ist die Pressestelle der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg. Bei Hinweisen und Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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